Herzlich Willkommen in meiner kleinen "MuckelchenOase"!
In Dresden, mitten in der Stadt, bewirtschafte ich zwei kleine Pacht/Schrebergärten von ungefähr 400 qm.
Der Grundgedanke ist die Selbstversorgung mit saisonalem frischem Obst und Gemüse aus eigenem Anbau.
Ich möchte eine "kleine" Selbstversorgung erreichen, lernen wie man Obst und Gemüse anbaut, pflegt, erntet und verwertet. Gleichzeitig soll mein Garten ein Ort der Ruhe sein, ein Plätzchen wo ich mich zurückziehen und die Seele baumeln lassen kann.
Ich lade euch ganz herzlich dazu ein Teil meiner Erfahrungen, Projekte, Erfolge und Niederlagen zu werden.
Begleitet mich gerne ein Stück auf meinem Weg zur Selbstversorgung mitten in der Stadt, ich würde mich freuen!

Euer MuckelchÖn

Freitag, 29. Mai 2015

Läuse, Schnecken, Engerlinge, Mehltau und Co. ….


….rauben dem MuckelchÖn den letzten Nerv!
 

Anfang Mai hatte ich die Nase voll, fast jeden Tag fand ich etwas  in der MuckelchenOase was mein Gartenherz bluten lies, von Tag zu Tag hockte ich deprimierter im Obst- und Gemüsegarten und fragte mich warum hier plötzlich so vieles schief lief. Ich wollte nicht mehr, wollte keine neuen Krankheiten erblicken, keine weiteren Schädlinge finden….also was tun, alles platt machen und betonieren und mit ein oder zwei Blümchen bemalen? Oder doch lieber verkaufen?
Ok, die letzten beiden Gedanken huschten nur einen Sekundenbruchteil durch meine Rübe und schon hab ich sie wieder verworfen.
Aber ich denke vielen Gärtnern geht es gelegentlich auch so, es gibt Momente da mag man einfach nicht mehr, auch die stärksten Gartennerven hängen mal durch und so auch bei mir!

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Von meinen Engerlingen hatte ich Euch ja bereits berichtet.

Mittlerweile haben sie tatsächlich acht Salate, zwei Knollenselleriepflanzen, zwei Erdbeerpflanzen und  einen Porree  vernichtet. Auch einige Staudenpflanzen leiden unter Kümmerwuchs weil diese Dinger an den Wurzel fressen und alles vernichten was ihnen zwischen die Zähnchen kommt. ARGH! Sobald eine Pflanze die Köpfe hängen lässt, weiß ich sofort was los ist…ihr fehlt kein Wasser sondern an den Wurzeln nagt ein Engerling! Zieh ich dann leicht an der Pflanze hab ich sie auch schon in der Hand, da der Wurzelbereich komplett abgenagt wurde. 
Alle Beete hatte ich bereits im Herbst akribisch umgegraben und auch im Frühling jeden Zentimeter Erde durchsucht, trotzdem finde ich beim Unkrautjäten auch jetzt noch mind. 5 von diesen Dingern in jedem betroffenem Beet.  Die Fundstücke verfüttere ich meist breit grinsend an die Amseln, die lieben diese Proteinbomben, gelegentlich setze ich sie aber auch außerhalb unserer Gartensparte ins Grüne aus und manchmal bring ich sie auch einfach gleich an Ort und Stelle um, ja…das mag grausam sein und sicherlich schwingen grad irgendwelche Leute vorwurfsvoll ihren Zeigefinger in meine Richtung…ABER, ist mir egal, nicht alles muss man in einem Bio Garten tolerieren!

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Wie jedes Jahr pilgern auch die Läuse in Großfamilien-Manier in die MuckelchenOase, überall sitzen sie, diese schwarz, gelb, grünen Biesterchen! Besonders schlimm hat es diesmal die Johannisbeersträucher getroffen, alles voll mit der Johannisbeerblasenlaus.  

Hier hilft nur abschneiden und zwar radikal. Die Biester besiedeln meistens nur die frischen Triebspitzen und Blätter, also ruhig viel weiter unten abschneiden, die Sträucher  treiben wieder neu aus. Die Blasenlaus erkennt man ziemlich einfach an der rötlichen Bläschenbildung, dreht man die Blätter um sieht man auch schon den Übeltäter.
Entsorgt man regelmäßig die betroffenen Stellen kommt auch wieder Ruhe rein, lässt man sie aber machen ist bald der ganze Strauch verklebt. Die abgeschnittenen Triebe am besten gleich verbrennen oder mit dem Hausmüll entsorgen, bei mir waren es zum Schluß 1 ½ Schubkarren voll die in die Feuerschale wanderten.
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Da die Läuse im Moment auch wie verrückt meine ganzen Rosen besiedeln und in fast allen Obstbäumen ihr Unwesen treiben, hab ich Brenneseljauche angesetzt, sie vertreibt nicht nur durch ihren Duft die Läuse sondern fungiert auch noch als super Dünger,  den besonders Tomaten, Kohlsorten und Gurken lieben. 

Läuse im Kirschbaum
Wenn ihr also ein Plätzchen im Garten frei habt wo es ruhig kräftig nach Kuhdung riechen kann, die fertige Jauche riecht tatsächlich danach, dann setzt euch unbedingt Brenneseljauche an.
Dafür braucht ihr nur Brenneseln, Handschuhe,
ein Plastik/ Kunststoffgefäß (kein Metall) und Wasser.
Handschuhe anziehen, Brenneseln klein schneiden, mit Regenwasser aufgießen, nicht bis zum Rand da Schaum nach oben steigen kann und dann  1-3 Wochen stehen lassen. So oft wie möglich umrühren, nicht unbedingt täglich aber schon so 2-3 mal die Woche. Bildet sich dann Schaum (an einem sonnigen Platz geht das schneller)geht die Gärung los und die Jauche fängt schon an etwas zu riechen. Nun noch mind. eine Woche warten, ist der Schaum verschwunden und stinkt die Jauche schön, ist sie fertig.
Ihr könnt mit ihr Eure Pflanzen gießen oder wegen der Läuse auch besprühen, tragt dabei wenn möglich auch Handschuhe, denn bekommt ihr die Jauche auf die Haut, muffelt ihr trotz Seife mind. einen Tag nach Kuhdung.
Düngen: 1:10 mit Regenwasser vermischen und einmal die Woche damit gießen
Sprühen gegen Läuse: 1:20 mit Regenwasser vermischen und zweimal die Woche betroffenen Stellen besprühen

Die Jauche solltet ihr aber wegen des Geruchs erst am späten Abend oder sehr frühen Morgen anwenden, wenn noch keine Nachbarn in Sicht sind, kicher! Dem MuckelchenMann ist es schon recht unangenehm wenn einige Nachbarn am Abend viel schneller als sonst an unserem Gartenzaun vorbei rennen und sich dabei auch noch die Nase zuhalten.  Ich finde es eher amüsant, wir haben schließlich einen Naturgarten und da hab ich lieber Kuhdung in der Nase als Chemiegeruch, lach!
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Ärgern mich mal nicht die Engerlinge und Läuse kommen die Schnecken aus ihren Verstecken. Ungemein viele Schleimer sind dieses Frühjahr unterwegs, darum hab ich es nun aufgeben und verwende biologisch abbaubares Schneckenkorn...und siehe da, es herrscht Ruhe im Beet!

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Sie ist zwar kein Schädling, im Gegenteil, sie steht sogar unter Naturschutz, trotzdem sorgt die Blattschneiderbiene für Ärger. 
Die letzten Wochen zerschneidet sie mir brutal alle meine Rosenblätter, an den Kleinsten ist kaum noch was dran und selbst meine Strauchrosen sehen fürchterlich aus. Aber gut, sie braucht die Blätter ja nur für den Nestbau, also irgendwann wird das wohl mal aufhören, oder? Bitte sagt JA!!

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Die Pflaumensägewespe war auch wieder da und war dieses Jahr sogar so fleißig das ich gleich fast alle Früchte vom Baum absammeln musste. Nur am zweiten Pflaumenbaum, der dieses Jahr zum ersten Mal Früchte ansetzte, konnte ich ca. 5 nicht befallenen Pflaumen hängen lassen, aber die bekommen dann bestimmt noch Besuch vom Pflaumenwickler. Augenroll! 

Hier war die Pflaumensägewespe am Werk
Also wieder nix mit Pflaumenkuchen und Pflaumenmus!

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Auf unserem grünen Spargel hockte nicht nur der Spargelkäfer sondern auch noch das Gemeine Spargelhähnchen, beides üble Schädlinge die die Spargelpflanze komplett zerstören können.
  
Zwölfpunkt Spargelkäfer

Erst poppen sie wie verrückt auf meinen Pflänzchen rum und fressen sich dabei auch noch die Hucke voll und dann tackern sie ganz ungefragt auch noch ihre Nachkommen an meine armen Pflänzchen. Schlüpfen dann die Larven, fressen sie sich bis tief in die Wurzeln und zerstören dort die Pflanze.


Dagegen hilft nur absammeln. Aber leichter gesagt als getan. Das Gemeine Spargelhähnchen bekommt man ja noch grad so zu fassen, aber der Spargelkäfer ist meistens viel zu schnell, kaum bewegt man die Hand ist er auch schon weg! ARGH! Aber gut, viele Käfer konnten wir einsammeln und die Eier findet man bei genauer Betrachtung auch ganz gut, sie sind dunkelgrau und meist in einer Linie an den oberen Teilen des Spargel angebracht, die betroffenen Stellen abschneiden und am besten auch gleich verbrennen.

Eier vom Spargelkäfer und Spargelhähnchen
 
Hat man wie ich mal ein paar Eier übersehen, sollte man in regelmäßigen Abständen nach den geschlüpften Larven Ausschau halten, diese schlüpfen nach 5-10 Tagen nach der Eiablage, also recht schnell. Die Larven vom Spargelhähnchen sind recht klein und sehen olivfarben aus, die Larven vom Spargelkäfer sehen dagegen eher gelblich/braun aus. Die Larven unbedingt gründlich absammeln.
 
Larve vom Spargelhähnchen
 
Im Mai und August haben die Käfer Hauptsaison. Im Herbst unbedingt das Spargelkraut bis tief in den Boden abschneiden, damit sich dort die Nachkommen nicht einnisten können. Einige Spargelpflanzen werden bei uns schon gelb, ich hoffe sie überleben diese Käferattacke und treiben nächstes Jahr wieder aus :( .
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Zu den Schädlingen gesellen sich natürlich auch noch Krankheiten, so hat der Tellerpfirsich die Kräuselkrankheit und die Stachelbeeren sind voller Mehltau. Der Birnengitterrost ist auch da, scheint aber durch die Ackerschachtelhalmbrühe noch in Schach gehalten zu werden.

Birnengitterrost
Beim Tellerpfirsich haben wir nun alle kranken Blätter abgemacht, leider sind auch alle kleinen Früchte abgefallen, so dass wir in diesem Jahr leider keine Pfirsiche ernten werde können.
Nächstes Jahr muss ich schon im Februar anfangen Ackerschachtelhalm zu sprühen, dann hätte man wohl bessere Chancen. Da sich aber niemand in den Nachbargärten um die eigenen kranken Bäume kümmert, weht es mir die Kräuselkrankheit natürlich immer wieder rüber, also wenn ich Pech habe werde ich das nie in den Griff bekommen, schnief!
Die vor drei Jahren gepflanzten Stachelbeersträucher (angeblich resistent gegen Mehltau) setzten dieses Jahr zum ersten Mal Früchte an und zwar richtig viele. Dann kam aber der Mehltau und befiel nicht nur die Blätter sondern auch die Früchte. So blieb mir nichts anderes übrig als alles bis auf 10cm über dem Boden abzuschneiden und zu verbrennen. Zwei weitere Sträucher (letztes Jahr gepflanzt)sind bis jetzt noch nicht befallen und werden von mir nun auch vorsorglich mit Ackerschachtelhalm besprüht, sie tragen nur sehr wenig Früchte, darum hoffe ich das wir zumindest diese ernten können.
Mehltau an der Stachelbeere
Wenn der echte Mehltau nur die Blätter befallen hat soll übrigens Milch sehr gut helfen, sollte unser Wein dieses Jahr auch wieder davon betroffen sein, werde ich das auf jeden Fall probieren.
Dafür benötigt ihr nur Vollmilch und Wasser.
Vollmilch 1:5 mit Regenwasser mischen und mind. dreimal wöchentlich auf die befallenen Stellen sprühen.

Nun aber genug davon, ich harre der Ungeziefer die da noch kommen mögen und freue mich sehr auf den nächsten Monat. Euch wünsche ich ein tolle Wochenende und hoffe ihr ärgert euch nicht so viel rum wie icke im Moment.

Es grüßt das MuckelchÖn

Montag, 25. Mai 2015

Gartenarbeiten im April, Part 2...



Ihr Lieben,

die Zeit rennt wie verrückt und streckt mir dabei auch noch ganz frech die Zunge entgegen.
So haben wir nun schon wieder fast Juni und ich schreibe noch vom April. Ich hoffe ihr verzeiht mir diese Schlamperei, ich werde mich bessern, eines fernen Tages, versprochen!


Die Rosenbeete wurden von Unkraut befreit, die Erde gelockert und mit Gesteinsmehl sowie mit Hornspähnen versorgt und dann mit Rindenmulch bedeckt.

Die ersten Staudenbeete habe ich mit getrocknetem Rasenschnitt gemulcht, was nicht nur nützlich ist sondern auch noch schick ausschaut.

Der Miniteich wurde umgeräumt und mit einem selbstgemachten Weidenzaun verziert. Drei neue Unterwasserpflanzen sind auch noch dazu gekommen, sie sollen für genügend Sauerstoff unter Wasser sorgen.


Blumenkohl, Kohlrabi sowie verschiedenen Salatpflanzen habe ich einfach kreuz und quer im Garten verteilt, ich hoffe die Engerlinge lassen mir was übrig, grummel!
Mein neues Kräuterbeet wurde mit Saatgut bombardiert, so habe ich Teefenchel, Kümmel, Ysop, Bergbohnenkraut, Kamille, Mohn, Altai Katzenminze, Kerbel, Borretsch, Petersilie und Schnittlauch gesät, ich hoffe davon kommt auch was, mit Aussaaten hab ich ja nicht immer Glück.

Weißer Mohn und Kamille wurde von mir ins Spargelbeet gestreut.


Und zum Schluß hatte ich noch Petersilienwurzel und Möhren im Tomatenbeet ausgesät.
Die Obstbäume verzauberten jeden Betrachter durch ihre Blütenpracht.
Sauerkirsche

Birne


Birnenquitte

Und die erste eigene Ernte ( 5 Kopfsalate und Radieschen) konnte auch mit nach Hause genommen werde.




Es war ein wunderschöner Frühling und ein wunderbarer, wenn auch arbeitsreicher Monat Mai, aber davon berichte ich später...
Kiwiblüten :O

Es grüßt ganz lieb ....das MuckelchÖn!